Ich bin Andreas Oberacker. Viele Jahre meines Berufslebens habe ich mich mit IT, Digitalisierung und IT-Sicherheit beschäftigt. Heute (2026) bin ich seit beinahe drei Jahren im Ruhestand, also nicht mehr berufstätig. Tätig bin ich aber weiterhin – endlich weitestgehend selbstbestimmt.
Denn mich interessieren noch immer viele Dinge gleichzeitig: Technik, Reisen, Motorradfahren, gesellschaftliche Entwicklungen, Natur, Garten und immer wieder die Frage, warum Menschen und Systeme eigentlich so funktionieren, wie sie funktionieren.
Genau daraus ist meine Webseite „Rainbow-Data.de“ entstanden. Rainbow-Data als Begriff geht auf ein Projekt aus den 90er-Jahren zurück und ist in einem separaten Beitrag beschrieben. Damals ging es vorrangig um die Erstellung von Webseiten für Selbstständige und kleine Organisationen – dem zu dieser Zeit wachsenden Internet-Hype geschuldet.
Die Welt verstehen
Aber zurück zum Ausgangsthema: Ich versuche gern, Zusammenhänge zu verstehen. Manchmal gelingt das, manchmal glaube ich nur kurz, etwas verstanden zu haben, bevor die nächste Information meine schöne Theorie wieder durcheinanderbringt. Damit kann ich inzwischen ganz gut leben.
Meine Texte sind deshalb selten fertige Wahrheiten – auch wenn ich das zum Zeitpunkt der Fertigstellung häufig glaube. Oft beginne ich mit einer Beobachtung, einer Erfahrung oder einer Frage. Daraus entsteht eine These, die ich weiterdenke, überprüfe und manchmal auch wieder verwerfe.
Häufig gärt das Thema im Hintergrund meines Gehirns eine Weile. Manchmal setze ich mich aber auch spontan vor das Notebook und tippe meine Gedanken zu einem Ereignis oder Bericht, der mich gerade erreicht hat.
Rainbow-Data ist für mich deshalb so etwas wie eine öffentliche Denkwerkstatt.
Ich ordne dort meine eigenen Gedanken – und lade andere ein, mitzudenken, zuzustimmen oder zu widersprechen. Und ich schreibe auch für meine Nachkommen, damit sie verstehen, was ihr Vorfahre für ein Mensch war und welche seiner Eigenarten sie vielleicht an sich selbst wiederentdecken.
Vom Techniker zum Gestalter
Über 35 Jahre habe ich bei einer Bundesoberbehörde im Bereich des Verkehrsministeriums gearbeitet, als Verwaltungsbeamter mit Informatikhintergrund. Ende der 80er konnte man als Quereinsteiger in der IT noch gut punkten.
Anfang der 1990er-Jahre ging es zunächst um Bürokommunikation und die Vernetzung von PCs. Später leitete ich zusätzlich den User-Help-Desk unserer Behörde mit damals rund 500 Beschäftigten und zeitweise drei Standorten im Bundesgebiet. Gleichzeitig beschäftigte ich mich zunehmend mit browserbasierten Anwendungen und digitalen Verwaltungsabläufen.
Ende der 1990er-Jahre führten wir beispielsweise ein Open-Source-Ticketsystem auf PHP-Basis ein und entwickelten es weiter. Daraus entstanden im Laufe der Jahre zahlreiche Web-Anwendungen und Dutzende digital umgesetzter Arbeitsabläufe für die Verwaltung.
Viele dieser Lösungen liefen erstaunlich lange – manche über zwei Jahrzehnte. Während der Corona-Pandemie zeigte sich noch einmal, welchen Vorteil browserbasierte Anwendungen hatten: Vieles funktionierte plötzlich auch im Homeoffice, obwohl die Systeme schon lange vorher entstanden waren.
Ein großer Teil meines Berufslebens war außerdem mit einem SAP-basierten Dokumentenmanagement-System für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes verbunden. Von den ersten Konzepten über Pilotprojekte bis zum Roll-out in zahlreichen Behörden war ich viele Jahre in einer bundesweiten Arbeitsgruppe beteiligt. Die Einführung in meiner eigenen Behörde habe ich federführend als Projektleiter begleitet.
Daneben war ich viele Jahre IT-Sicherheitsbeauftragter, Mitglied im Vorstand des Personalrats und Vorsitzender unseres Sozialvereins, der unsere Kantine betrieb – zusätzlich zu meinen regulären Aufgaben. Ich war daher auf Optimierung, Automatisierung und Digitalisierung von Arbeitsabläufen angewiesen.
Rückblickend war mein Beruf nie nur Technik. Es ging fast immer um die gleiche Frage:
Wie kann man komplizierte Abläufe so gestalten, dass Menschen vernünftig damit arbeiten können und damit Zeit für das Miteinander bleibt?
Diese Frage begleitet mich bis heute.
Vom Denken zum Machen
Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich im Ruhestand weiterhin programmiere und Webseiten entwickle.
Wenn mir ein Problem begegnet, bleibt es selten lange bei dem Gedanken: „Das ist aber umständlich.“ Relativ schnell folgt: „Kann man das nicht besser lösen?“
So entstehen kleine und größere Projekte – etwa Anwendungen für Reisekosten, Webseiten für Vereine oder private Initiativen, Tourenplaner und andere digitale Werkzeuge.
Technik interessiert mich dabei weniger um ihrer selbst willen. Auch wenn ich manchmal schon dachte:
„Eigentlich wolltest du doch mit dem Hammer Nägel ins Holz treiben. Und jetzt befasst du dich schon wochenlang mit der Optimierung des Hammers.“
Wobei der Hammer hier natürlich als Synonym für ein IT-System steht. Aber die Auswahl eines guten Werkzeugs ist eben auch eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Ergebnis.
Technik ist für mich ein Werkzeug, das etwas vereinfachen, verständlicher machen oder Menschen neue Möglichkeiten eröffnen soll.
Manchmal besteht die beste technische Lösung übrigens auch darin, eine Funktion nicht einzubauen. Komplexität gibt es schließlich schon genug.
Digital um jeden Preis ist auch nicht die Lösung.
Reisen – andere Perspektiven kennenlernen
Reisen bedeutet für mich mehr, als Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Natürlich freue ich mich über schöne Landschaften, interessante Städte, gutes Essen und kurvige Straßen.
Aber mich interessiert vor allem, wie Menschen anderswo leben, welche Geschichte einen Ort geprägt hat und warum Dinge dort anders funktionieren als bei uns.
Besonders spannend wird es für mich immer dann, wenn eigene Vorstellungen auf die Wirklichkeit treffen – und sich als unvollständig erweisen.
Dann beginnt Reisen interessant zu werden.
Vielleicht ist es deshalb eine andere Form derselben Suche:
die eigene Sicht auf die Welt ein wenig größer machen.
Motorradfahren – Freiheit mit Nebenwirkungen
Motorradfahren gehört seit vielen Jahren zu meinem Leben und ist in den vergangenen 15 Jahren immer wichtiger geworden. Vielleicht ist es die vielbeschriebene Midlife-Krise, die mich dazu brachte, ein großes Reisemotorrad zu kaufen und damit durch die Berge Europas zu fahren – immer auf der Suche nach den schönsten Kurven und erholsamsten Pausenstopps.
Ich mag das unmittelbare Erleben, die Landschaft, die Bewegung und natürlich das Gefühl beim Beschleunigen und die Schräglage in der Kurve: Adrenalin und Endorphine in Reinkultur.
Gleichzeitig habe ich zunehmend Schwierigkeiten mit der Vorstellung, Freiheit bedeute, dass jeder tun könne, was ihm gerade Spaß macht.
Ein lautes Motorrad mag dem Fahrer gefallen. Die Menschen, die an einer beliebten Motorradstrecke wohnen, sehen das möglicherweise etwas anders.
Dieses Spannungsfeld zwischen persönlicher Freiheit und Verantwortung gegenüber anderen beschäftigt mich weit über das Motorradfahren hinaus.
Freiheit ist für mich ein hoher Wert. Aber sie funktioniert dauerhaft nur, wenn wir bereit sind, auch die Folgen unseres Handelns für andere mitzudenken. Das gilt für den Lärm vor der Haustür ebenso wie für unseren Umgang mit Umwelt und Klimawandel.
Natur, Garten und positive Langeweile
Einen Gegenpol zu Technik, Nachrichten und Projekten finde ich im Garten. Dabei geht es mir weniger darum, den perfekten Garten zu besitzen. Mich interessiert eher der Garten als Ort der Erholung, Entschleunigung und Naturbeobachtung.
Ich habe sogar eine gewisse Sympathie für Langeweile.
Nicht für jene Langeweile, bei der man nicht weiß, was man mit sich anfangen soll – sondern für die positive Variante: Momente, in denen nichts passieren muss.
• Keine Nachricht.
• Kein Termin.
• Kein neues Projekt.
In solchen Momenten entstehen erstaunlich oft neue Gedanken.
Unsere Pflanzen erzählen dabei manchmal auch Geschichten. Meine Frau stammt aus Kamerun und experimentiert gern damit, welche Pflanzen aus ihrer Heimat auch unter unseren Bedingungen wachsen. So treffen im Garten nicht nur verschiedene Pflanzenarten aufeinander, sondern manchmal auch verschiedene Erfahrungen und Erinnerungen.
Und der Garten ist ein Ort der Begegnung. Bei unseren gern besuchten Gartenfesten treffen sich nicht nur die unterschiedlichsten Menschen, sondern auch unterschiedliche Kulturen. Friedlich und manchmal sogar bunt gemischt erleben wir dabei die Esskultur aus Europa und Kamerun.
Gesellschaft und Politik – lieber Fragen als einfache Antworten
Gesellschaftliche Themen beschäftigen mich zunehmend:
• Demokratie.
• Freiheit.
• Gleichheit.
• Wohlstand.
• Krieg und Frieden.
• Technologische Veränderungen.
Und immer wieder die Frage, warum Menschen Dinge glauben oder tun, die von außen betrachtet schwer nachvollziehbar erscheinen. Dabei versuche ich, einfachen Antworten zu misstrauen – auch wenn sie oft sehr verführerisch sind.
Das gelingt mir natürlich nicht immer. Auch ich habe Vorurteile, Intuitionen und Überzeugungen, die sich im Nachhinein als falsch herausstellen können. Vielleicht ist genau deshalb die Bereitschaft wichtig, die eigene Meinung zu ändern. Für mich ist das keine Niederlage. Im besten Fall bedeutet es:
Ich habe etwas dazugelernt.
Was mir wichtig ist
Wenn ich die vielen Themen dieser Website auf einige wenige Begriffe reduzieren müsste, wären es wahrscheinlich:
Neugier. Freiheit. Verantwortung. Vernunft. Respekt.
Und noch etwas:
Zweifel.
Nicht als dauernde Unsicherheit. Sondern als Erinnerung daran, dass die eigene Sicht auf die Welt immer nur eine Perspektive unter vielen ist.
Und dass auch die Perspektiven anderer eine Berechtigung haben – selbst dann, wenn ich sie nicht teile.
Warum Rainbow-Data?
Rainbow-Data ist deshalb weder Reiseblog noch IT-Seite noch politisches Magazin. Es ist eine Sammlung von Erfahrungen, Beobachtungen und Gedanken: manchmal praktisch, manchmal philosophisch, manchmal ernst. Und hoffentlich gelegentlich auch etwas humorvoll.
Der persönliche Antrieb dahinter lässt sich für mich ziemlich einfach zusammenfassen: Ich möchte die Welt verstehen.
Ob das jemals vollständig gelingt, darf bezweifelt werden.
Menschen suchen seit Jahrhunderten nach großen Erklärungen für die Welt – in Wissenschaft, Philosophie und Religion. Vielleicht wird es nie die eine Formel geben, die alles erklärt. Aber möglicherweise liegt der Reiz ohnehin weniger im endgültigen Ergebnis als in der Suche selbst.
Und wenn dabei ein Gedanke, eine Erfahrung oder eine Idee für andere hilfreich oder zumindest anregend ist, hat sich das Schreiben bereits gelohnt. Deshalb freue ich mich über Rückmeldungen – über Zustimmung ebenso wie über Widerspruch. Die Kommentarfunktion findet ihr normalerweise unter jedem Beitrag.
Dabei gilt eigentlich nur das, was auch sonst für gute Gespräche gelten sollte: fair bleiben, andere Meinungen respektieren und lieber über Argumente streiten als über Menschen.